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Die Ditib in Deutschland. Religion und Politik im Namen des türkischen Staates

Die Ditib in Deutschland. Religion und Politik im Namen des türkischen Staates

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Die Ditib in Deutschland. Religion und Politik im Namen des türkischen Staates

Kemal Bozay | Hüseyin Çiçek

Social Science / Sociology of Religion

Gegenstand dieser Publikation ist nicht die Auseinandersetzung mit dem globalen Islam und seinen verschiedenen religiös-politischen Ausrichtungen, sondern vielmehr wird der Fokus auf das Religions- und Politikverständnis der staatlichen Religionsbehörde „Diyanet“ in der Türkei und seinen unter dem Label „DİTİB“ bekannten Moscheegemeinden und Einrichtungen in Deutschland sowie im europäischen Raum gelegt. Dabei ist die DİTİB (Diyanet İşleri Türk İslam Birliği/Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) – im Gegensatz zu den anderen (legalistisch) islamistischen sowie islamischen Gemeinden – keine Religionsgemeinschaft, sondern steht vielmehr für die Repräsentanz der staatlichen Religionsbehörde Diyanet (auf Deutsch „Präsidium für Religionsangelegenheiten“). Sie ist dem türkischen Staatspräsidenten und dem Amt für religiöse Angelegenheiten der türkischen Botschaft in Berlin (zugleich den religiösen Attachés in den türkischen Konsulaten und Botschaften in Europa) faktisch untergeordnet. Die türkische Regierung wollte durch die Gründung von DİTİB in erster Linie eine starke staatliche Institutionalisierung des türkisch-sunnitischen Islams in Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich und anderen europäischen Ländern sicherstellen. Die politische Polarisierung und Islamisierung hat mit der Regierungsübernahme der AKP unter Erdoğan seit 2003 zugleich innenpolitische Spannungen aus der Türkei nach Deutschland, Österreich, in die Niederlande und zahlreiche andere europäische Länder getragen.[1] Hierzu gehören nicht nur die außenpolitischen Interessen der Türkei, sondern auch die Verbreitung von Feindbildern gegen Minoritäten und andere Religionsgemeinschaften, wie beispielsweise gegenüber Jüdinnen*Juden, Armenier*innen, Kurd*innen, Alevit*innen, Ezid*innen, Aramäer*innen u. v. m. Diese Polarisierung und die Aufladung von Konflikten sorgt nicht zuletzt in der Migrationsgesellschaft für Spannungen und Spaltungen. Neben einer antisemitischen, kurd*innen-, armenier*innen- und alevit*innenfeindlichen Ideologie geht es hier vor allem auch um demokratiefeindliche und integrationshemmende Einstellungen, welche das friedliche Miteinander und Zusammenleben hemmen.

Dr. Kemal Bozay ist Professor für Soziale Arbeit und Sozialwissenschaften an der IU Internationale Hochschule in Köln. Nach seiner Promotion an der Universität zu Köln war er in Lehre, Forschung und Praxis an mehreren Hochschulen und in verschiedenen Projekten tätig. Zwischen 2014 und 2018 war er Vertretungsprofessor an der Fachhochschule Dortmund und an der Gründung des Zentrums für Radikalisierungsforschung und Prävention beteiligt.

Priv.-Doz. Mag. Dr. Hüseyin Çiçek ist habilitierter Politik- und Religionswissenschaftler mit Forschungsschwerpunkten in Autoritarismus, politischer Gewalt, Radikalisierung und ideologischen Transformationsprozessen. Er ist Senior Research Fellow am Forschungszentrum Religion and Transformation in Contemporary Society (RaT), lehrt u. a. an der Universität Wien und der Pädagogischen Hochschule Weingarten und ist Fellow am London Centre for the Study of Contemporary Antisemitism.


Publication Date: 03 December 2026
Publisher: Springer Fachmedien Wiesbaden
Imprint: Springer VS
ISBN-13: 9783658525484
Format: Paperback / softback

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